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1.3 Verwaltung

Es erhebt sich natürlich die Frage, wer im Internet bestimmt, wie was gemacht wird. Dazu gibt es keinen Präsidenten oder Direktor sondern allgemein anerkannte Arbeitskreise, die ihre Mitglieder aus der Benutzerschaft rekrutieren. Die Entscheidungen dieser Versammlungen werden von den Internet-Anwendern als verbindlich akzeptiert. Es steht jedem frei, ebenfalls an der Entwicklung des Internet mitzuarbeiten. Dies führt insbesondere dazu, daß Firmen sich in diese Arbeitskreise einbringen, um möglichst früh die Weichen 'richtig' stellen zu können.

Die ISOC, die Internet Society, ist die Dachorganisation untergeordneter netzbezogener Organisationen. Sie umfasst mehrere Hundert Organisationen und eine lange Reihe von Privatpersonen und ist aufgeteilt in Unterorganisationen (Chapters), z. B. nach Themen oder Regionen. Sie richtet die alljährliche Internetkonferenz aus und kümmert sich beispielsweise auch darum, daß der Begriff 'Internet' ein frei verfügbarer Begriff wird und nicht als Wortmarke oder sonst wie geschützter Begriff in das Eigentum von Privatpersonen übergeht. Die ISOC befasst sich mit:

  • dem Wachstum und der Entwicklung des weltweiten Internet
  • der Art, wie das Internet benutzt wird und werden kann
  • sozialen, politischen, und technischen Fragen im Zusammenhang mit dem Internet
Die ISOC ernennt die Mitarbeiter des IAB, die der Nominierungs-Ausschuss des IETF vorschlägt.

Das IAB (Internet Architecture Board) ist das höchste Gremium im Internet. Es segnet Entscheidungen über Standards und Adressvergabe ab und läßt diese Entscheidungen bekanntgeben. Es dokumentiert die gültigen Protokolle des Internet, ernennt die Mitglieder der IESG (Internet Engineering Steering Group) und setzt die Vorsitze der IANA (Internet Assigned Numbers Authority) ein. Außerdem leitet es das RFC-System, mit dem die Fortschreibung der Protokolle und Richtlinien des Internet realisiert wird. Alle Entscheidungen, die das IAB trifft, werden in den sogenannten Request for Comments (RFC) veröffentlicht. Das IAB umfasst zwei spezialisierte Untergruppen, die Internet Engineering Task Force (IETF) und die Internet Research Task Force(IRTF). Diese beiden Gremien sind für die Weiterentwicklung und Definition der kurz- und mittelfristigen Internet-Protokolle und -Architekturen für die Bereiche Applikationen, Host- und Benutzerservice, Internet-Service, Routing, Adressierung, Netzwerkmanagement, Operations, Security und OSI-Integration verantwortlich. Sie erarbeiten die für das IAB zum Entscheid notwendigen Grundlagen. Das IAB ist eine technische Beratungsgruppe der ISOC. Seine Verantwortungen schliessen ein:

  • IESG Auswahl: Das IAB ernennt den IESG Vorsitzenden und die Mitarbeiter der IESG, die der Nominierungs-Ausschuss der IETF vorschlägt.
  • Architekturübersicht: Das IAB stellt eine Übersicht der Architektur der Protokolle und Verfahren bereit, die vom Internet benutzt werden.
  • Massstäbe für Entwicklung und Dokumentation: Das IAB stellt Verfahren für das Erarbeiten von Internet-Standards bereit. Es nimmt auch Beschwerden wegen schlechter Umsetzung der Standards entgegen.
  • RFC-Serien und IANA: Das IAB ist verantwortlich für das redaktionelle Management und die Veröffentlichung der Request for Comments(RFC) Dokument-Serien, und für die Verwaltung der verschiedenen Internet Assigned Numbers (IAN, Zuordnung der IP-Adressen).
  • Das IAB handelt als Vertreter der Interessen der Internet Society an Besprechungen mit anderen Organisationen betreffend Standards und anderen technischen und organisatorischen Fragen im Zusammenhang mit dem Internet.
  • Beratung der ISOC: Das IAB berät das ISOC in Fragen rund um das Internet, die technischer, architektonischer, verfahrensmässiger, und (wo angemessen) politischer Natur sind.

Die IANA (Internet Assigned Numbers Authority), deren Vorstand J. Postel war, ist zuständig für alle eindeutigen Ressourcen im Netz, also Netzadresse, Domainnamen und Portnummern.

Technische und betriebliche Probleme werden zuvor in der IETF (Internet Engineering Task Force) behandelt, eine offene Vereinigung von Administratoren, Technikern, Forschern und Softwareproduzenten, die die Weiterentwicklung von Protokollen, Sicherheitsrichtlinien, Routing etc. des Internet betreibt. Ihre Treffen sind für jedermann offen. Sie fördert auch den Technologie- und Wissenstransfer zwischen der IRTF (Internet Research Task Force) und leistet somit Vermittlung und Koordination zwischen Forschung und Praxis (wobei auch der zeitliche Rahmen eine Rolle spielt: während die IETF kurz- und mittelfristig die Standards definiert, ist die Aufgabe der IRTF die langfristige Kursbestimmung und Forschung).
Die Standards werden dann in sogenannten RFCs (Request for Comments) niedergelegt. Das ISC (Internet Software Consortium) ist zuständig für die Referenzimplementierung der zentralen Internetprotokolle.
Standards von Protokollen oder sonstigen netzrelevanten Vereinbarungen können an die zuständigen Gruppen der IETF, ISOC oder inzwischen auch der ICANN eingereicht werden, welche dann die Probleme je nach betreffendem Fachgebiet in lokale Arbeitsgruppen (Working Groups, WGs) weitergeben. Die anstehende Standardisierung wird als Internet Draft bezeichnet und hat vorerst überhaupt keine Geltungsmacht. Die Erörterung des Themas und die Einigung auf die besten Möglichkeiten finden über Mailinglisten statt. Treffen werden jährlich mehrmals organisiert, in denen dann auf Konsensebene die Ergebnisse zusammengefasst werden und in die RFC's eingehen. Trotz der inzwischen häufigen Zugehörigkeit der Mitglieder zu Industrieunternehmen wiegt technische Angemessenheit, Kompetenz und Engagement mehr wiegt als das Vertreten von Konzerninteressen. Ebenso ist eine starke 'Dienstaltershierarchie' feststellbar. Leute wie Cerf oder Kleinrock, die als 'Väter' des Internet gelten, genießen in Kreisen von Netztechnikern hohes Ansehen und werden eher wahrgenommen. Deutlich erkennbar ist auch die allgegenwärtige Verehrung des inzwischen verstorbenen Jon Postel, der die längste Zeit das RFC-System administriert hat. Die IETF wird in folgende acht funktionale Gebiete eingeteilt:

  • Anwendungen (Applications)
  • Internet
  • IP Next Generation
  • Netzwerkmanagement (Network Management)
  • Betriebliche Auflagen (Operational Requirements)
  • Routing
  • Sicherheit (Security)
  • Transport- und Anwenderdienste (Transport and User Services)
Die Internet Engineering Steering Group(IESG) ist verantwortlich für das technische Management der IETF-Aktivitäten und für die Internet Standards. Im Rahmen des ISOC verwaltet sie den Prozess gemäss den Regeln und Verfahren, die von den ISOC Trustees ratifiziert worden sind. Die IESG ist direkt verantwortlich für die Handlungen, die mit Eintragung in und Ausführung der Internet-Standards verbunden werden, einschliesslich abschliessender Zustimmung von Spezifikationen als Internet Standards.

Die Internet Research Steering Group (IRSG) "steuert" die Arbeiten der IRTF. Die Mitgliedschaft der IRSG beinhaltet den Vorsitzenden des IRTF, die Vorsitzenden der verschiedenen Forschungsgruppen und möglicherweise einzelne weitere Personen der Forschungsgemeinschaft (members at large).

Ziel der Internet Research Task Force (IRTF) ist die Förderung der Forschung im Hinblick auf das Wachstum und die Zukunft des Internets. Dazu werden kleine langfristige Forschungsgruppen gebildet, die auf gezielten Forschungsgebieten, wie Internet Protokolle, Applikationen, Architektur und Technologie arbeiten. Folgende Forschungsgruppen sind derzeit gebildet:

  • End-to-End
  • Information Infrastructure Architecture
  • Privacy and Security
  • Internet Resource Discovery
  • Routing
  • Services Management
  • Reliable Multicast
Die IRTF wird im RFC 2014 vollständig beschrieben.

Die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) ist die zentrale Koordinationsstelle für die Zuweisung von eindeutigen Parameterwerten für Internet-Protokolle. Das heisst, sie ist für die Vergabe von IP-Adressen und Domain-Namen verantwortlich.
In der Vergangenheit, wurden die Aktivitäten der IANA durch die Regierung der USA unterstützt. Dies ist nun nicht mehr möglich oder angemessen. Die USA haben nicht vor, in der Zukunft weiter (Geld-)Mittel bereitzustellen und so muss sich die IANA auf ihre Organisationen verlassen können. Das Internet ist von einem Forschungsnetz für Hochschulen zu einem multimedialen Netz für die Allgemeinheit geworden, das von Leuten über alle Welt benutzt wird. Diese Veränderung in Funktion und in der Anwenderbasis fordert nach einer neuen standfesten Institution mit einer breiten Gemeinschaftsvertretung aller Benutzer.
Dieses neue IANA ist zur Zeit gerade im Begriff zu entstehen. Das alte IANA stand noch unter der Leitung von Dr. Jon Postel vom Information Sciences Institute der University of Southern California. Das neue IANA heisst Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) und wird als Non-Profit-Organisation von einem internationalen Verwaltungsrat bestehend aus Repräsentanten einer Wählerschaft und weiteren internationalen Repräsentanten geführt.

Mit der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), wurde eine Organisation neuen Typs geschaffen, die den Anspruch hat, supranational und demokratisch zu funktionieren und die Schnittbereiche zwischen Internet und nationalen und internationalen Rechtsräumen zu regulieren. Während der populärste Gegenstand der Steuerung der IETF IP6 ist, schneidet sich die bekannteste Aufgabe der ICANN, nämlich die Vergabe von Domänennamen (insbesondere Top Level Domains), mit bestehenden Gesetzen wie Marken- und Urheberrecht. Diese Situation ist als solche nicht unvermeidlich, der Diskurs dreht sich im Allgemeinen aber nicht mehr um das 'ob', sondern das 'wie' der Umsetzung des Marken- und Urheberrechts im Internet.

Das W3C (World Wide Web Consortium) kümmert sich um die verbindlichen Standards des HTTP (HyperText Transfer Protocol), über welches Webseiten transferiert werden, und um die Weiterentwicklung des HTML-Standards. Im Unterschied zu staatlich unterstützten Gremien wie der ISO haben sich die angeführten Gremien selbst gebildet und sind nicht staatlich legitimiert.
Das Konsortium bietet Informationen über das WWW und Standards für Entwickler und Benutzer, Referenzcode und -Implementationen, um die Standards zu umzusetzen und zu befördern, verschiedene Prototypen und Beispiel-Anwendungen, um den Gebrauch der neuen Technologie zu demonstrieren.
Das Konsortium wird geführt durch Tim Berners-Lee, Direktor und Erfinder des World Wide Web, und Jean-François Abramatic, als Chairman. W3C wird durch Mitgliedsorganisationen unterstützt und ist firmenneutral. Es erarbeitet mit der Web-Gemeinschaft gemeinsam Produktespezifikationen und Referenzsoftware, welche weltweit frei zur Verfügung gestellt wird.

Als ausführende Institutionen arbeiten sogenannte NICs (Network Information Centers) und NOCs (Network Operation Centers), welche auf weltweiter, kontinentaler, nationaler und regionaler Ebene existieren. Die Aufgabe des NIC ist die Vergabe und Koordination von eindeutigen Adressen und Namen im Internet. z. B. vergibt das zentrale InterNIC in USA ganze Adressbereiche an das europäische NIC (das RIPE-NCC (Reseaux IP Europeens - Network Coordination Center), welches seinerseits die deutsche Organisation, das DE-NIC, mit einem Teil dieses Adressbereiches beglückt. Das DE-NIC hat dann die Möglichkeit, eigenständig aus diesem Bereich Adressen zu vergeben, z. B. an einen Provider, der die Adressen an seine Endbenutzer weiterverteilt.
Die NOCs kümmern sich um den Betrieb des Netzes. Dazu gehören die Konfiguration der Netzkomponenten, die Behebung von Netzfehlern und die Beratung und Koordination der Netzteilnehmer.

Mitglied der IETF oder der ISOC kann prinzipiell jeder werden, Zugangsschwellen sind weniger die Zugehörigkeit zu Wirtschafts- oder Regierungsinstitutionen als vielmehr Expertenstatus und Engagement.

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