Hardware, Software und Betriebssysteme
Der Privatanwender wird meist mit einem Wählanschluß die Verbindung zum Internet aufnehmen. Was ist dazu nötig?- Computer:
Grundsätzlich ist die Teilnahme am Internet nicht an bestimmte Computer oder Betriebssysteme gebunden. Es ist nur so, daß es auch manchen Systemen einfacher geht, als auf anderen. So sind z. B. Unix- und Linux-Workstations von vorne herein mit Software für TCP/IP und Internet-Dienste ausgerüstet. - Modem oder ISDN-Karte:
Beide Methoden sind heute nahezu gleichwertig. Man richtet sich da nach der installierten Telefon-Einrichtung. Für ISDN genügt eine passive ISDN-Karte (z. B. die AVM Fritz-Karte). Bei Modems ist eine Übertragungsgeschwindigkeit von 56 kBit/s nach dem V.90 Standard zu empfehlen, auch wenn man nicht immer die volle Geschwindigkeit erreicht. - Provider:
Der Provider stellt Zugangskennung sowie Telefonnummer zur Einwahl und damit den Anschluss an das Internet zur Verfügung (siehe oben). - Software zur Verbindung mit dem Internet:
Bei Windows 95/98/NT ist das erforderliche DFÜ-Netzwerk bereits im Betriebssystem vorhanden (winsock.dll). Die Installation dieser Software ist manchmal etwas knifflig. Ebenso gibt es passende Tools für den Mac von Apple. Auch für exotischere Systeme (IBM OS/2, Commodore Amiga, etc.) gibt es etwas. Generell geben hier auch die Provider Tips oder bieten passende Softwarepakete an. Sobald die Software zur Einwahl funktioniert, besteht eine SLIP- (Serial Line Internet Protocol) oder PPP- (Point to Point Protocol) Verbindung, d.h.:- Vom Provider wurde eine temporäre IP-Adresse zugeteilt.
- Der lokale Rechner funktioniert so, als wäre er fest mit dem Internet verbunden.
- Software zur Nutzung von Internet-Diensten:
Aufruf eines Programmes zur Nutzung von Internet-Diensten, z. B. einen Browser für WWW, einen FTP-Clienten, ein E-Mail-Programm, usw. Einfache Programme für Telnet, FTP, Ping, Traceroute sind bereits in Windows enthalten, ebenso der Internet-Explorer (Browser). Komfortablere Software findet man im Freeware- und Sharewareangebot. Auch bei Linux sind alle notwendigen Clients bei allen Distributionen dabei.

Dünner ist die Software-Decke, wenn man Anbieter werden will, z. B. selbst WWW-Seiten oder FTP-Dienste anbieten. Dann muß die Leitung zum Provider zumindest eine ISDN-Verbindung sein (entweder permanent oder 'on demand'). Für den Windows NT Server gibt es das Back-Office-Paket. Ideal ist für einen Anbieter-Rechner jedoch das Betriebssystem Unix. Es handelt sich um ein Multiuser- und Multitasking-Betriebssystem, das auch entsprechende Sicherheitskomponenten enthält. Zudem ist die Entwicklung des Internets eng mit der Entwicklung von Unix verbunden. Inzwischen gibt es auch zwei frei erhältliche Unix-Systeme, 'Linux' und 'Free BSD', die stabil laufen und alles bieten, was das Herz begehrt. Nicht zuletzt wegen der freien Verfügbarkeit der Programmquellen sind diese Betriebssysteme auch bei den Internet-Provider sehr beliebt. Wer als Anbieter mehr als nur statische Seitenangebote machen will (z. B. Datenbankanbindung, Fax-Gateway usw.), sollte sich mit Linux vertraut machen. Übrigens - so schwer, wie manche Leute sagen, ist die Bedienung von Unix gar nicht zu erlernen.

