Dieser Text will Sie auf all das vorbereiten, was Sie bei der Informationssuche im Internet erwartet, damit Sie bei durchaus wahrscheinlichen Mißerfolgen nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Unser Rat kann dann nur lauten: Suchen Sie weiter, suchen Sie anders, überprüfen Sie Ihre bisherige Suchstrategie und ändern Sie diese gegebenenfalls. Zunächst ein paar allgemeine Bemerkungen zum Informationspool Internet.
Mein besonderer Dank gilt Herrn Herbert Pauler aus dessen Artikel "Suchen im Internet" ("Funkschau" 21/1998) ich einige Teile verwenden durfte (siehe auch Literaturhinweise und Links).
Ein großer Vorteil des Internet ist, daß man dort Dokumente schnell und einfach publizieren kann. Für den Publikationsprozeß und die publizierten Inhalte ist allein der Autor verantwortlich. Die Qualität der angebotenen Inhalte ist daher sehr unterschiedlich. Das WWW als Teil des Internet bietet eine große Menge an wissenschaftlichen Informationen. Forschungsberichte, Seminarunterlagen, Dissertationen, akademische Schriften jeglicher Fachdisziplin sind schnell und mit einem sehr hohen Aktualitätsgrad verfügbar. Auch zahlreiche Broschüren, Arbeitsberichte, Protokolle von Vereinen, Verbänden und Parteien sind über das Internet schnell und aktuell zu bekommen. Gleichzeitig unterscheidet sich dieser Informationspool von herkömmlichen Informationsquellen.
Unterschiede des Informationspools Internet zu herkömmlichen Quellen
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Warum ist das Suchen und Finden so kompliziert? Die wichtigsten Probleme bei der Informationssuche sind:
- die fehlende Organisation: es gibt keine zentrale Koordination oder Kontrolle, wer, wo, was und wie veröffentlicht. Das ist aus Sicht des Suchenden zwar bedauerlich, ist aber andererseits ein wesentlicher Garant für die Vielfalt der Angebote und den leichten Zugang für alle potentiellen Anbieter.
- die fehlende Strukturierung: eine 'Veröffentlichung' im Internet kann ein kurzer Text, eine Grafik, ein ganzes Buch oder eine gigabytegroße Datenbank sein - aber all diese verschiedenen Veröffentlichungsweisen stehen gleichberechtigt nebeneinander, ohne daß eine Vorauswahl möglich ist. Informationen über solche Veröffentlichungen stehen meist nicht für eine gezielte Suche zur Verfügung (z. B. Inhaltsangaben, Informationen über Autor, Erstellungsdatum, Quellen etc.).
- die Beliebigkeit: ob eine Information im Internet zu finden ist, ist oftmals Zufall und hängt davon ab, ob jemand Zeit, vielleicht auch Geld, in jedem Fall aber ein Interesse daran hat, sie zu verbreiten. Sie können zum Beispiel ganz sicher sein, daß Sie im Internet die Aufführungstermine der Operninszenierungen vieler Städte im In- und Ausland abrufen können - ob aber ausgerechnet Ihr nächstes Reiseziel auch dabei ist, bleibt Glückssache.
- die Dynamik: täglich kommen neue Angebote im Internet hinzu, und das, was einmal existiert hat, kann wieder verschwinden, verändert, gelöscht oder verschoben werden.
Die Internet-Recherchehelfer lernen auch hinzu. Offensichtlich feilen die Betreiber von Lycos und Co. an den Algorithmen ihrer Suchknechte. Würde man bei AltaVista nur die Suchbegriffe `soundblaster problem´ eingeben, so fände man bereits unter den ersten Treffern eine Adresse mit brauchbaren Tips. Insgesamt liefert AltaVista allerdings auf diese recht allgemeine Frage mehr als fünf Millionen Treffer. Und leider macht man immer noch regelmäßig die Erfahrung, daß sich unter den ersten Ergebnissen nichts Brauchbares befindet.
Vorteile und Nachteile der Publikations-Anarchie im Internet
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