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Installation und Test

Da es sich um Kommunikationsleitungen handelt ist bei der Verkabelung für entsprechende Trennung von Starkstromkabeln zu achten. Bei der Montage der Dosen ist zu beachten, daß die vier Kabeladern einer Busleitung immer auf gleiche Länge abzuschneiden sind und daß die Verseilung beibehalten wird. Für Aufputzdosen muß man ca. 10 cm, für Unterputzdosen ca. 15 cm Anschlußlänge berücksichtigen. Die Abmantelung sollte 10 cm nicht überschreiten.

Bei der Installation von TK-Anlagen sind noch einige Besonderheiten zu beachten. Für die Stromversorgung von NTBA und TK-Anlage sollte ein eigener Kreis zur Verfügung stehen, insbesondere bei Büros oder Werkstätten, damit ein eventueller Kurzschluß nicht zum Telefonausfall führt. Sollte die Anlage übergangsweise nur analoge Endgeräte angeschlossen haben, sollte man die Verkabelung auf der analogen Seite trotzdem nicht zweipolig, sondern gleich vierpolig ausführen. Dann ist der spätere Umstieg auf ISDN-Geräte wesentlich preiswerter und einfacher, da nur neue Dosen gesetzt werden müssen.

Verkabelung der Dosen und Abschlußwiderstände

Es ist zweckmäßig, zunächst alle IAE-Dosen zu verkabeln und die Installation mit einfachen Mitteln zu testen, bevor der Anschluß an den NTBA erfolgt. Dazu genügen Durchgangsprüfer oder Multimeter, mit denen sich die häufigsten Fehler finden lassen. Eine schnelle Hilfe sind auch die passiven ISDN-Tester mit Leuchtdioden, die es beim T-Punkt oder beim Elektronikfachhandel gibt, und mit denen man Polarität sowie Adernbruch testen kann. Die häufigsten Fehlerquellen bei der Installation sind:

  • Unterbrechungen von Adern durch lose Klemmen oder Brüche. Bei unterbrochenen Adern funktionieren alle Dosen hinter der Unterbrechung (vom NTBA aus gesehen) nicht.
  • Adervertauschung. Dieser Fehler ist besonders gefährlich, da durch falsche Polarität die Endgeräte oder der NTBA beschädigt werden können. Sind Sende- und Empfangspaar vertauscht, funktioniert nichts. Abschlußwiderstände. Beliebte Fehler sind hier, die 100-Ohm- Widerstände ganz zu vergessen, oder es wird vergessen, bei Erweiterungen die Widerstände aus der ersten IAE zu entfernen.
  • Kurzschlüsse durch abgeschnittene oder zu lange Drähte.
  • Isolationswiderstand. Prüfen des Widerstandes der Kabel untereinander und gegen Erde.
  • Phantomspeisung. Nach Anschluß des NTBA kann dann noch die Versorgungsspannung der Endgeräte gemessen werden.
  • Fehlerhafter Einbau der Abschlußwiderstände.
  • Zu große Buslängen und Stern-Installationen.

Angeschlossene Dose mit Abschlußwiderständen

Nach der Verkabelung kann man zum Test und zur Konfiguration folgendermaßen vorgehen:

  • Zuerst wird jedes Gerät direkt in den NTBA eingesteckt. Zumindest die MSN des jeweiligen Geräts muß gemäß Gebrauchsanleitung eingestellt werden.
  • Arbeiten die Geräte problemlos, können Sie nun die Verkabelung mit dem NTBA verbinden und ein einzelnes, funktionierendes Gerät am ersten Anschluß (kürzester Kabelweg zum NTBA) testen.
  • Funktioniert das Gerät auch hier, ist der Abschlußwiderstand korrekt gesetzt. Funktioniert es nicht, sind entweder die 100-Ohm-Abschlußwiderstände falsch gesetzt oder die Verkabelung ist fehlerhaft.
  • Funktioniert die erste Dose, nicht aber die zweite oder die dritte, liegt mit Sicherheit ein Fehler entweder in den Dosen oder in der Verkabelung vor.
  • Funktioniert keines der Geräte, sind entweder der NTBA oder alle Geräte defekt (bei zwei oder drei ISDN-Telefonen schon sehr unwahrscheinlich), oder auf der UK0-Seite funktioniert etwas nicht. In diesem Fall hilft nur die Störungsstelle der Telekom.

Je nach Geräteanzahl, Konfiguration, Speisung, etc. kann es vorkommen, daß auch ein falsch oder nicht abgeschlossener ISDN-Bus zunächst funktioniert. Der Fehler tritt in dem Fall oft erst dann auf, wenn sich die Konfiguration ändert. Ist bis dahin alles getestet, bleibt nur noch die Frage, ob mehrere Geräte (maximal acht) gleichzeitig am ISDN-Bus funktionieren. Arbeiten zum Beispiel zwei Geräte für sich alleine korrekt, aber nicht, wenn sie zusammen an einem Bussystem angeschlossen sind, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Adernpaar auf dem Weg zwischen dem ersten und dem zweiten Gerät vertauscht (zum Beispiel in der Anschlußdose des ersten oder zweiten Geräts). Dieser Fehler zeigt sich oft erst, wenn das zweite Gerät benutzt wird.

Hat man die Installation nicht selbst durchgeführt, kann sich die Fehlersuche ausweiten. Im Zuge einer ersten Sichtprüfung sollten Anzahl und Positionen der Anschlussdosen sowie der Standort des NTBA ermittelt und die ungefähre Leitungslänge abgeschätzt werden. Zu achten ist auf zu lange Leitungswege, zu viele Anschlussdosen oder unzulässige "Stern-Installationen", die - bedingt durch Signallaufzeiten - zu Funktionsproblemen führen können. Interessant ist auch die Anzahl der ISDN-Endgeräte. Zulässig sind maximal vier Telefone beziehungsweise vom Bus gespeiste Endgeräte. Werden mehr Geräte angeschlossen, kann dies zur Überlastung der Busspeisung (maximal 4 W) führen. Werden mehr als acht Endgeräte an den Bus angeschlossen, sind Probleme bei der Vergabe des TEI-Wertes durch die Vermittlungsstelle denkbar. Ohne einen TEI-Wert kann das Endgerät aber nicht an der D-Kanal-Kommunikation teilnehmen und damit auch keine Basiskanal-Verbindung herstellen.

Ein Blick auf den NTBA gehört zu den ersten Aufgaben des Technikers vor Ort: Leuchtet die Kontrolllampe, So arbeitet der ISDN-Anschluss im Normalbetrieb. Ist sie erloschen, läuft der Anschluss dagegen bestenfalls im Notbetrieb. Funktioniert ein notspeisefähiges Telefon, handelt es sich bei der Störung um einen lokalen Stromausfall.

Ist nach der ersten Sichtprüfung kein Fehler erkennbar, müssen möglicherweise die Anschlußdosen geöffnet werden, sofern kein spezielles Prüfgerät eingesetzt wird. Der erste Blick gilt der letzten (NTBA stellt ein Ende dar) oder der ersten und letzten Anschlußdose (NTBA in der Mitte). Dort sollten jeweils zwei Abschlusswiderstände zu finden sein, deren falscher Einbau zu Überlastungen der Busspeisung führen kann. Weiterem Aufschluß können Spannungsmessungen bringen, wobei außer dem NTBA alle Endgeräte vor der Messung vom Bus getrennt werden. Dabei dürfen zwischen den Adern eines Stranges (1a - 1b und 2a - 2b) keine Gleichspannungen messbar sein. Die zu messende Gleichspannung zwischen Adern verschiedener Stränge muß sich im Bereich von 40 V Plus fünf Prozent bis minus 15 Prozent bewegen.

Speisesannungsmessung zum teilweisen Erkennen von Verschaltungsfehlern

Um sicherzustellen, daß die Adern eines Stranges nicht vertauscht sind, klemmt man eine Ader des Stranges ab. Damit lässt sich prüfen, ob die Spannungspotenziale nach wie vor an den richtigen Klemmen der einzelnen Dosen gemessen werden. Wird in einer Anschlußdose erkannt, daß das Testpotenzial an einer anderen Klemme gemessen wird oder sind Polaritätsänderungen erkennbar, sind die Adern vertauscht. Wenn der Bus völlig unbeschaltet ist - dies schließt eine Trennung vom NTBA ein - kommt man unerwünschten zusätzlichen Abschlusswiderständen und Kurzschlüssen mit Widerstandsmessungen auf die Spur. Werden die Abschlusswiderstände versehentlich zwischen Adern verschiedener Stränge geschaltet, kommt es zur Überlastung der Busspeisung. Abschlusswiderstände gehören ausschließlich in die jeweils letzten Dosen des Busses.

Überlastung des Busses durch falsche Beschaltung

Spannungs- und Widerstandsmessungen mit dem Multimeter sind oft zu zeitintensiv und für schnelle Installationsprüfungen in Anbetracht der Kosten nicht immer sinnvoll. Neben einer äußerlichen Sichtprüfung können die Spannungspotenziale auf den Adern - die Voraussetzung ist natürlich ein gespeistes System - mit einem einfachen Schnelltester durchgeführt werden. Solche Tester werden auch - abgeleitet vom Pendant aus der Starkstromtechnik - als "ISDN-Phasenprüfer" bezeichnet. Diese Teststecker ermitteln die Spannungspotenziale und werten Polatitäten aus. Sie geben aber keinen Aufschluß über die wirkliche Höhe der Spannung am Bus. In einem ersten Testdurchlauf wird der allgemeine Speisezustand an allen Dosen geprüft. Im zweiten Durchgang wird eine Ader aufgetrennt, um Vertauschungen sichtbar zu machen. Natürlich müssen alle Geräte vorher abgesteckt und gegebenenfalls sogar die Abschlußwiderstände abgeklemmt werden.

Widerstandsmessungen werden am ungespeisten Anschluß (Trennung der Installation vom NTBA durchgeführt. Da ein Abschlußwiderstand mit 100 Ohm (5% Toleranz) vorgesehen ist, kann anhand markanter Werte ein Fehler gefunden werden, z. B.:

  • 50 Ohm: zwei parallel geschaltete Widerstände,
  • 0 Ohm: Kurzschluss,
  • "unendlich": fehlende Widerstände.

S0-Bus-Tester

Der Tester zeigt optisch die Korrektheit der Anschlüsse der einzelnen Adern des S0-Busses in der Anschlussdose an. Dazu wird die Phantomspeisung zwischen den Aderpaaren a1/b1 und a2/b2 genutzt, die normalerweise dazu dient, passive Geräte am S0-Bus mit Strom zu versorgen. Dabei stellt das erste Adernpaar (a1/b1) das negative Potential und das zweite Adernpaar (a2/b2) das positive Potential dar. Bitte beachten: Die Polarität wird vertauscht, wenn der NTBA vom Stromnetz getrennt wird. Er muß also zum Testen ans Netz angeschlossen sein.

Zur Anzeige werden Leuchtdioden (LEDs) verwendet, da diese nur leuchten, wenn Strom in Durchlassrichtung fliesst. Die LEDs werden so an die Adern des S0-Busses geschaltet, daß sie anzeigen, ob an dem jeweiligen Pin auch die richtige Ader angeschlossen wurde. Dazu verbindet man bei den Adern a2/b2 die Kathode einer Leuchtdiode mit den jeweiligen Pins (3 und 6) und bei den Adern a1/b1 jeweils die Anode mit den Pins 4 bzw. 5. Antiparallel dazu wird eine andersfarbige Leuchtdiode angeschlossen, die dann eine falsche Installation anzeigt. Wenn bei einem Test keine der beiden LEDs leuchtet, hat die entsprechende Ader keinen Kontakt zum Pin der Dose. Sie können anstatt zweier verschiedenfarbiger LEDs auch eine zweifarbige LED (Duo-LED) verwenden.

Die LEDs und Vorwiderstände werden auf einer Lochrasterplatine aufgebaut und mittels eines kurzen Kabels mit dem RJ45-Stecker verbunden. Zusätzlich kann man noch Abschlußwiderstände auf der Platine unterbringen, die jedoch abschaltbar sein müssen.

Schaltung des S0-Testers

Beim Prüfen einer korrekt angeschlossenen Anschlussdose an einen S0-Bus leuchten alle vier grünen LEDs (oder bei Benutzung von Duo-LEDs alle LEDs grün). Der NTBA ist amStromnetz angeschlossenen!

S0-Dose im Normalbetrieb

Ist der NTBA nicht am Stromnetz angeschlossen, kehrt sich die Phantomspeisung um, es also leuchten somit alle roten LEDs. Dasselbe Bild ergibt sich bei angeschlossenem NTBA, wenn a2,a1 und b2,b1 vertauscht sind.

S0-Dose im Notbetrieb oder a2,a1 und b2,b1 vertauscht

Sind zwei Adern beim Anschluß der Dose vertauscht worden, leuchten bei diesen beiden Adern die roten LEDs. Zur Fehlerbeseitigung müssen in der Anschlußdose also nur diese beiden Adern vertauscht werden.

Beispiel: a2,a1 vertauscht

Je nach Beschaltung ergeben sich diverse andere Fehlerbilder.

Weitergehende Fehler lassen sich nur mit speziellen S0-Bus-Prüfgeräten oder Installations-Prüfgeräten lokalisieren. So können Übersprechen, HF-Einstrahlungen oder Einkopplung von Fremdspannungen in die Leitungen des S0-Busses dessen Funktion stören. Oder Stoßstellen an den Leitungen führen zu Reflexionen oder Asymmetrien. Manche Fehler sind nur im Betrieb mit einem Gerät zur Messung der Bitfehlerrate aufzuspüren. Schließlich können Störungen auch auf der Telekom-Seite (UK0) auftreten.

Die folgende Tabelle faßt die häfigsten Installations-Störungen zusammen:

Störung Mögliche Folgen
Kurzschluss zwischen zwei Adern eines Stranges Vollstörung, keine Verbindung möglich
Kurzschluss zwischen zwei Adern verschiedener Stränge Vollstörung, keine Verbindung möglich, Busspeisung wird überlastet
Vertauschung im Strang 1 (NT-Sendeadern) Keine Störung, Endgeräte sollten dies erkennen und fehlerfrei arbeiten.
Vertauschungen im Strang 2 (NT-Empfangsadern) Sporadische Störung; wenn kein Endgerät hinter dem Fehlerort angeschlossen wird, kann der Anschluss durchaus funktionieren. Beim Anschluss eines Endgeräts im gestörten Bereich ist der Anschluss voll gestört.
Vertauschung von Sende- und Empfangsadern Bei unbeschalteter gestörter Anschlussdose womöglich keine Störung. Vollstörung beim Anschluss eines Endgeräts im defekten Bereich.
Fehler beim Anschluss der Abschlusswiderstände (Schaltung zwischen Strang 1 und 2) Überlastung der Busspeisung mit 32 W, In der Regel schaltet das NT die Speisung ab, dennochVorsicht! Widerstände können sehr heiß werden, Brandgefahr.
Kein Abschlusswiderstand vorhanden Insbesondere bei kurzen Installationen: Meist keine Störung. Bei langen Leitungswegen infolge hoher Signaldämfungen erhöhte Bitfehlerraten messbar.
Unterbrechung einer Ader Aus der Sicht des NTBA für Endgeräte nach der Unterbrechung: Vollstörung, davor: keine Störung.
Wackelkontakt in der Anschlussdose oder im Stecker (auch im Endgerät) Qualitativ schlechtere Kommunikation (Knacken, Aussetzer) bis hin zur Vollstörung im betreffenden Bereich. Erkennbar durch Bitfehlerratenmessung.
Speise-Polaritäten sind vertauscht Anschluss arbeitet im Notbetrieb: Nur notspeisefähige Endgeräte oder Endgeräte mit eigener Speisung arbeiten. Es fehlt die lokale Stromversorgung am NTBA.
Anschluss ist ungespeist, keine weiteren Fehler Nur Endgeräte mit eigener Speisung arbeiten
Zu hohe Speisespannungswerte Eventuell Störeinkopplung (induktiv, kapazitiv oder direkt) in die Installation. Mögliche Störquellen: Endgeräte und NTBA.
50 Hz-Wechselspannung ist messbar Störeinkopplung durch Endgeräte oder Fehler im NTBA, Vorsicht bei 230 V bestehen gesundheitliche Risiken! Es besteht weiterhin das Risiko einer Beschädigung der Endgeräte sowie von Baugruppen in der Vermittlungs- und Übertragungstechnik.
Sterninstallation mit Überlänge (> 10 m) Bei unbeschaltetem Strang: keine Störung, Bei Beschaltung des unzulässigen Stranges kann eine Vollstörung auftreten.
Abweichungen von der Sternviererbeschaltung, Verwendung falschen Installationsmaterials, überlange Businstallation Erhöhte Bitfehlerrate bis hin zur Vollstörung möglich.
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